Wer hilft mir beim Sterben?

Die ARD-Dokumentation ‚Wer hilft mir beim Sterben?‘ geht heiklen Fragen nach: Darf man sterben wollen? Ist es unter gewissen Umständen ethisch und moralisch vertretbar, Sterbehilfe zu leisten?

Der Film begleitet Menschen in den letzten Monaten ihres Lebens und befragt ihre Angehörigen sowie Ärzte. Der Autor besucht außerdem eine holländische Ärztin, zu deren Alltag Sterbehilfe gehört, und einen Schweizer Arzt, der immer wieder von deutschen Patienten um Hilfe gebeten wird.

 

aus der „Abendzeitung“ (München)

Du sollst nicht töten“, besagt eines der zehn Gebote. Für Helmut Meile, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, ist es ein unmissverständlicher Teil seines Glaubens. Doch er ist an der Nervenkrankheit ALS erkrankt und hat starke Schmerzen. Er hofft inzwischen, dass ihm jemand beim Sterben helfen darf, wenn die medizinische Kunst ausgereizt ist. Ausgerechnet der Pfarrer will seinen vertrauten Arzt fragen. Damit steht er nicht nur wegen seines Glaubens in einem Dilemma, er bringt auch seinen Arzt in eines. Die bewegende Doku „Wer hilft mir beim Sterben?“ gibt einem aktuellen, komplexen Thema ein Gesicht. Die Bundesärztekammer ist gegen jede Unterstützung der Selbsttötung und droht ihren Mitgliedern mit dem Entzug der Berufserlaubnis. Obwohl der Freitod und seine Beihilfe strafrechtlich erlaubt sind. In der Praxis führt diese Diskrepanz bei Medizinern und Patienten zu Unsicherheiten und zur Tabuisierung der Sterbehilfe.

Im Film von Ulli Wendelmann kommen die Betroffenen zu Wort, aber auch Ärzte wie der Sterbehilfe-Befürworter Uwe Christian Arnold, dazu Juristen und Angehörige. Eine endgültige Antwort in einer sehr schwierigen persönlichen Frage kann allerdings auch dieser engagierte Beitrag nicht geben.